Remdesivir als COVID-19-Medikament

In den USA und Japan wurde Remdesivir als wirksames Medikament bei schweren COVID-19-Verläufen zugelassen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat die Zulassung von Remdesivir zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit COVID-19, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen, am 03.07.2020 nun ebenfalls empfohlen.

Remdesivir ist ein „viraler RNA-Polymerase-Inhibitor“ (ein Medikament, das in die Produktion von viralem genetischen Material eingreift und die Vermehrung des Virus verhindert). Unter Laborbedingungen zeigt es eine breite Aktivität gegen verschiedene RNA-Viren, einschließlich SARS-CoV-2. Es wurde ursprünglich für die Behandlung der Ebola-Virus-Krankheit entwickelt. Remdesivir wird von Gilead Sciences entwickelt und mittels Infusion verabreicht.

In einer randomisierten Studie des US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) an 1.063 Patienten, die wegen einer mittelgradigen bis schweren COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus aufgenommen worden waren, hatte Remdesivir die Zeit bis zur Genesung im Mittel auf 11 Tage gegenüber 15 Tagen in der Placebogruppe verkürzt. Die besten Ergebnisse wurden bei Patienten erzielt, die in der Klinik bereits Sauerstoff benötigten, aber noch nicht beatmet werden mussten. Bei den schwerer erkrankten Patienten war kein Trend zu einem Rückgang der Sterblichkeit oder einer schnelleren Erholung erkennbar.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt in einer Stellungnahme, in der Frühphase der COVID-19-Erkrankung mit der Gabe von Remdesivir zu beginnen. Ein Einsatz mehr als 10 Tage nach Symptombeginn bringe dem Patienten wahrscheinlich keinen Nutzen mehr. Weiterhin weist das RKI darauf hin, dass bisher keine vollständigen klinischen Daten zu Remdesivir vorliegen. Deshalb sei eine engmaschige Überwachung sowie die Meldung unerwünschter Nebenwirkungen obligatorisch.