Aufruf aus Anlass des Welthandhygienetages

24.04.2019. Mit dem Slogan „Einwandfreie Hygiene im Gesundheitswesen – Es liegt in Ihren Händen!“ ruft die WHO mit ihrer Kampagne auch dieses Jahr wieder zum Welthandhygienetag am 05. Mai auf. Da durch die konsequente Umsetzung von Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen jährlich ca. 1400 bis 4500 Sepsis-Tote vermieden werden können, unterstützt die Deutsche Sepsis-Stiftung diesen Aufruf. „Neben der Vorbeugung von Infektionen durch Impfungen z.B. gegen Grippe und die Erreger der Lungenentzündung (Pneumokokken) ist die strikte Beachtung der Hygieneregeln das effektivste Mittel eine Sepsis zu vermeiden“ sagt Professor Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung, und fordert alle Gesundheitseinrichtungen auf, unter Nutzung der Materialien der WHO, der „Aktion Saubere Hände“ und der Sepsis-Stiftung, auf das Thema Händehygiene und Infektionsprävention in Ihren Einrichtungen aufmerksam zu machen und der Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen in der täglichen Praxis höchste Priorität einzuräumen, sich an der Aktion Saubere Hände zu beteiligen und sich in die Liste der Unterstützer auf der WHO-Webseite einzutragen (Link).

Die Sepsis ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der entsteht, wenn die körpereigenen Abwehrreaktionen gegen eine Infektion die eigenen Gewebe und Organe schädigen. Sie ist eine der schwersten Komplikationen von Infektionskrankheiten, die durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ausgelöst wurden. Zu den häufigsten Infektionsquellen einer Sepsis gehören die Lungenentzündung, Infektionen des Magendarmtrakts und des Urogenitaltrakts, ferner auch Infektionen von Haut- und Weichteilgewebe, des zentralen Nervensystems und sogenannte Katheter-assoziierte Infektionen. Sepsis muss als Notfall behandelt werden. 2015 wurden in Deutschland 75.000 Todesfälle durch Sepsis dokumentiert. Bei ca. 15 % der 2015 in Deutschland im Krankenhaus verstorbenen Patienten lag eine Sepsis vor. Das sind mehr Todesfälle als die aufgrund von Lungen-, Darm-, Brust- und Prostatakrebs zusammen. 80% Sepsis-Fälle treten außerhalb des Krankenhauses auf. Sepsis ist eine der häufigsten und kostenintensivsten Erkrankungen im stationären Sektor. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte die Sepsis daher 2017 zu einer der führenden Prioritäten, um zu erreichen, dass die Mitgliedsstaaten die effektiven Maßnahmen zu Vorbeugung, Früherkennung, Therapie, und Nachsorge von Sepsispatienten implementieren.

Die Sepsis-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, Todesfälle durch Sepsis nachhaltig zu reduzieren. Dafür engagiert sich die Stiftung für Forschung, Wissenschaft, Innovation zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung, aber auch für Aufklärung und Prävention sowie der Minderung von Folgeschäden einer Sepsis. Das übergeordnete Ziel ist die Erhöhung des Bewusstseins für diese lebensbedrohliche Krankheit in der Bevölkerung, aber auch beim medizinischen Fachpersonal, Gesundheitsdienstleistern sowie der Politik.