WHO stellt Global Maternal Sepsis Studie mit Daten zur Häufigkeit und Folgen von Infektionen bei Müttern aus 52 Ländern vor

08.05.2020. In der Zeitschrift „The Lancet“ wurde Anfang Mai 2020 erstmals eine Studie mit den bislang umfassendsten Daten zu Häufigkeit, Folgen sowie Management von Infektionen bei Müttern veröffentlicht. Die WHO Global Maternal Sepsis Study Research Group zeigt, dass weltweit Infektionen und damit einhergehende Komplikationen wie Sepsis viel häufiger zu Todesfällen bei Müttern führen als bisher gedacht.

2850 Frauen aus 52 Ländern mit niedrigem, mittlerem und hohem Einkommen wurden in die Studie einbezogen. Voraussetzung war, dass sie während bzw. bis 42 Tage nach ihrer Schwangerschaft eine Infektion hatten und in Gesundheitseinrichtungen behandelt wurden. Die Studie zeigt, dass Infektionen während der Schwangerschaft, nach Entbindung oder Schwangerschaftsabbruch häufiger auftreten als bisher angenommen. Todesfälle bei Müttern aufgrund von Infektionen entstehen vor allem durch eine Sepsis. Dabei ist ein frühzeitiges Erkennen und Behandeln von Infektionen der Schlüssel zur Vermeidung einer Sepsis und die damit einhergehende Krankheitslast und Sterblichkeit bei Müttern weltweit.

Mehr als ein Drittel der Frauen erlitt Infektionen mit Komplikationen oder schwere Verläufe mit Todesfolge. Vor allem Infektionen der Gebärmutterschleimhaut, der Haut oder Schleimhaut sowie der Atemwege waren dafür die Auslöser. Über 60% der Frauen erkrankte an weniger schweren Infektionen vor allem im Bereich der Harnwege. Bei einem Drittel aller Frauen wurden zum Zeitpunkt des Verdachts oder der Diagnose der Infektion weder vollständige Vitalparameter gemessen noch antimikrobielle Medikamente gegeben.

Von den insgesamt 52 Ländern nahmen sechs Länder aus Westeuropa teil, darunter Belgien, Dänemark und Großbritannien. Deutschland hat sich an dieser Studie nicht beteiligt. 

Kontakt:

Dr. Theresa Recknagel

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