Experten diskutieren über COVID-19 und Sepsis

Berlin/Jena – Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und von weltweit jährlich 11 Millionen Sepsistoten durch andere Infektionserreger diskutiert die Sepsis-Stiftung über die Lehren aus der Pandemie und die Ursachen für die in Deutschland nach wie vor zu hohe Sepsis-Sterblichkeit.

Weltweit 23 Millionen bestätigte COVID-19-Fälle, ein derzeit täglicher Anstieg von ca. 200.000 Neuerkrankungen und der Wiederanstieg der nachgewiesenen Fälle in Deutschland – all das löst Ängste und kontroverse Debatten zum weiteren Umgang mit dieser Jahrhundertpandemie aus.

Zeitgleich sind in den sechs Monaten seit der Ausbreitung der Pandemie weitgehend unbeachtet weltweit ca. 5,5 Millionen Menschen an einer Sepsis aufgrund von anderen Infektionen verstorben. Die WHO hält die Mehrzahl dieser Todesfälle durch Verbesserung der Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der Sepsis als Notfallerkrankung für vermeidbar. In Deutschland gelten von den rund 75.000 jährlichen Todesfällen durch Sepsis etwa 15.-20.000 Fälle als vermeidbar.

Die notwendigen Maßnahmen und Strukturveränderungen im Gesundheitswesen sind bekannt, wurden bisher jedoch von den Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen und in der Politik bisher nicht adäquat aufgegriffen.

Am 10. September 2020 wird die Sepsis-Stiftung anlässlich des Welt-Sepsis-Tages mit hochkarätigen Vertretern des Gesundheitswesens über notwendige Maßnahmen für die Reduzierung der Sepsis-Sterblichkeit in Deutschland diskutieren. Dabei sind namhafte Mediziner, Repräsentanten von Gesundheitsbehörden wie der Präsident des Robert Koch-Instituts Prof. Dr. Lothar Wieler und der Chief Medical Officer des Staates New York Prof. Dr. Marcus Friedrich. Betroffene werden das Thema aus der Patientensicht beleuchten und der Philosoph Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin wird über die Kohärenz des staatlichen Handelns in Pandemiekrisen sprechen. Sowohl Pressekonferenz als auch Podiumsdiskussion werden per Livestream unter folgendem Link übertragen: sepsis-stiftung.eu/weltsepsistag2020/. Für eine begrenzte Zahl von Medienvertretern ist nach vorheriger Anmeldung eine Teilnahme bei der Pressekonferenz im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin vor Ort möglich. Für die Online-Zuschaltung ist keine vorherige Anmeldung erforderlich. Im Anschluss an die Diskussionen stehen Betroffene auch für Interviews via Videokonferenz oder Telefon zur Verfügung. Das Programm zur Podiumsdiskussion finden Sie unter www.sepsis-stiftung.eu/blog/sepsis-stiftung-laedt-zu-pressekonferenz-und-podiumsdiskussion-anlaesslich-des-welt-sepsis-tages-2020-ein/.

Kontakt:

Dr. Theresa Recknagel

0049 3641 9323140

theresa.recknagel@sepsis-stiftung.de