Neue Studie zeigt: Zahl der Sepsisfälle doppelt so hoch wie bisher angenommen

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Eine neue Studie mit den bislang umfassendsten Daten zur Häufigkeit von Sepsis und Sepsis-Todesfällen wurde heute in der Zeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht. Sie zeigt, dass die Krankheitslast durch Sepsis doppelt so hoch ist wie bisher geschätzt, und dass 20 Prozent aller Todesfälle weltweit auf Sepsis zurückzuführen sind.

Die Studie „Global, regional, and national sepsis incidence and mortality, 1990–2017“ liefert erstmals Daten zu Alter, Geschlecht, Region und den zugrundeliegenden Ursachen der Sepsis. Demnach gab es 2017 weltweit 48,9 Millionen Sepsisfälle und 11 Millionen Sepsistote. Bisherige Schätzungen waren von 19,4 Millionen Krankheitsfällen und 5,3 Millionen Todesfällen ausgegangen. Damit sind die tatsächlichen Zahlen mehr als doppelt so hoch.

Prof. Dr. Konrad Reinhart, Mitautor der Publikation und Vorsitzender der Sepsis-Stiftung, betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung eines Nationalen Sepsisplans, um die Forderungen der WHO-Sepsis-Resolution (Link, Seite 11) umzusetzen.

Die Pressemitteilung der Sepsis-Stiftung zur Global Burden of Sepsis-Studie finden Sie hier. Einen umfangreichen Artikel mit vielen Hintergrundinformationen finden Sie bei Spektrum.

Vortrag eines Betroffenen

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Frank Köhler erlitt 2014 einen septischen Schock. Bis heute kämpft er mit den Spätfolgen. Deshalb organisiert er in der Deutschen Sepsis-Hilfe e.V. als Leiter der Regionalgruppe Mitte regelmäßig Treffen für Betroffene. Im Austausch mit anderen wurde ihm klar, dass sehr viele Überlebende an Spätfolgen leiden und dass das Wissen darüber bei Ärzten noch zu wenig verbreitet ist.

Mit seinem Vortrag „Erfahrungsbericht über die Spätfolgen nach einer überlebten Sepsis“ möchte Herr Köhler deshalb Ärzte, medizinisches Fachpersonal und andere Interessierte einladen, sich mit den Folgeschäden nach einer Sepsis, ihrer Wahrnehmung und möglichen Therapie zu beschäftigen.

Am 18.11.2019 hielt er diesen Vortrag bereits im Rahmen der Mikrobiologisch-Infektiologischen Fortbildung der Universitätsmedizin Rostock und erhielt dort eine sehr positive Resonanz. Gern steht Herr Köhler auch anderen Kliniken und Gesundheitseinrichtungen als Referent zur Verfügung (Empfehlungsschreiben). Für einen Blick in den Vortrag klicken Sie auf nebenstehendes Bild. Bezüglich einer Vortragsanfrage wenden Sie sich direkt an Herrn Köhler (Mailadresse in den Vortragsfolien).

Sepsis-Vortrag in Freiburg am 18.12.2019

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Das Universitätsklinikum Freiburg und die Sepsis-Stiftung laden herzlich zu einem gemeinsamen Informationsvortrag zum Thema Sepsis ein. Der Vortrag richtet sich an alle Interessierten, Patienten und Angehörige. Themen sind Vorbeugen, Erkennen und Behandeln einer Sepsis (Blutvergiftung).

Eine Sepsis ist die schwerste Komplikation einer Infektion. In Deutschland treten jährlich ca. 320.000 Sepsisfälle auf. Mit 77.000 Todesfällen ist Sepsis damit die dritthäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs. Bei rechtzeitiger Therapie wären viele dieser Todesfälle vermeidbar. Da die meisten Sepsis-Fälle außerhalb des Krankenhauses entstehen, ist es wichtig, die Symptome zu kennen und im Verdachtsfall schnell zu handeln.

Treffen der Sepsis-Hilfe in Leipzig

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Etwa 25 Sepsis-Betroffene, Angehörige und Interessierte trafen sich am vergangenen Samstag (16.11.2019) im Zentrum von Leipzig, um sich über kognitive Schäden nach Sepsis auszutauschen. Frau Dr. Gundula Seidel (Psychologin, Moritz Klinik Bad Klosterlausnitz) gab Einblicke in aktuelle Forschungen zu Hirnschädigungen nach Sepsis. Die Frage, ob es strukturelle Veränderungen gibt, sei demnach nicht leicht zu beantworten. Allerdings seien im Gruppenvergleich Unterschiede zu gesunden Probanden nachweisbar. Sehr interessant war auch, dass es Hinweise darauf gibt, dass die Hirnalterung bei Sepsis-Patienten schneller voranschreitet.

Im Anschluss sprach Frau Dr. Angelika Thöne-Otto (Leitende Neuropsychologin, Kognitive Neurologie Leipzig) über die Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit nach einer Sepsis. Sie betonte, dass ein multifaktorielles Geschehen vorliegt: Veränderungen in Gehirn und Körper, Nebenwirkungen von Medikamenten, das auf der Intensivstation Erlebte, Unverständnis aus dem sozialen Umfeld und andere Faktoren beeinflussen die Leistungsfähigkeit nach einer Sepsis. Im zweiten Teil ihres Vortrags erläuterte Frau Thöne-Otto, was man selbst tun kann. So sind Achtsamkeit und die Anpassung an die veränderte Leistungsfähigkeit – z.B. durch Pausenmanagement – wichtige Instrumente, um mit kognitiven Einschränkungen gut umzugehen.

Herr Köhler sprach anschließend über eine erste Auswertung eines von ihm entwickelten Fragebogens zu Sepsis-Folgen. Demnach leidet ein Großteil der Befragten an kognitiven Einschränkungen, bei vielen sind sie jedoch weder diagnostiziert noch behandelt worden. Außerdem fehlt bisher eine Aufklärung über Sepsisfolgen von medizinischer Seite sowie eine Sepsis-bezogene Nachsorge. In der nachfolgenden Diskussion wurde deutlich, dass sich viele Sepsis-Überlebende von Ärzten und Therapeuten, teils aber auch von ihrem sozialen Umfeld nicht verstanden fühlen. Wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen, gibt es oft nur wenig Verständnis. Ein Teilnehmer formulierte es so: „Unseren Rollstuhl sieht ja keiner“.

Da kognitive Einschränkungen nach einer Sepsis häufig nicht erkannt werden und zudem oft lange oder lebenslang bestehen bleiben, ist es enorm wichtig, in diesem Bereich mehr Forschung und Aufklärungsarbeit zu leisten. Aber auch der Austausch zwischen Betroffenen ist eine gute Möglichkeit, sich zu unterstützen und im Gespräch mit Gleichgesinnten Strategien und Verständnis zu finden. Das wurde einmal mehr bei diesem interessanten Treffen in Leipzig deutlich.

Weihnachten: Spende statt Geschenk

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Zu Weihnachten wollen wir unseren Liebsten eine besondere Freude machen. Wie wäre es mit einer Spende an die Sepsis-Stiftung? Auf diese Weise schenken Sie das schöne Gefühl, sich gemeinsam für eine gute Sache einzusetzen: Gesundheit. Denn unser Ziel ist es, dass weniger Menschen an Sepsis sterben und dass Sepsis-Patienten eine angemessene Therapie und Rehabilitation erhalten.

Danke für Ihre Unterstützung!

Was ist zu tun?

Bitte senden Sie uns eine kurze E-Mail an office@sepsis-stiftung.de und nennen Sie uns Ihren Namen, Ihre Adresse, den Namen des Beschenkten und ob Sie den Spendenbetrag auf der Urkunde angegeben haben möchten. Bitte lassen Sie uns außerdem wissen, an wen die Urkunde geschickt werden soll. Nach Eingang Ihrer Spende verschicken wir die Urkunde. In der Regel benötigen wir einen Bearbeitungszeitraum von ca. fünf Werktagen.

Geschenkurkunde

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Kontoinhaber: Sepsis-Stiftung
Kreditinstitut: Sparkasse Jena – Saale – Holzland
IBAN: DE 79 8305 3030 0018 0292 56
BIC: NOLADEF1JEN

Sie können Ihre Spende auch ganz bequem über unser Spendenformular tätigen.

Zuwendungsbestätigung

Bei Spenden ab 200 € erhalten Sie automatisch eine Zuwendungsbestätigung. Bei kleineren Beiträgen ist für die steuerliche Anrechnung ein Kontoauszug ausreichend. Dennoch stellen wir natürlich auf Wunsch auch gern Spendenbescheinigungen für Beträge unter 200 € aus. Geben Sie uns einfach per Mail Bescheid.

Fakt oder Mythos? Der rote Strich als Sepsis-Symptom

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Wenn von Sepsis (Blutvergiftung) die Rede ist, denken viele gleich an den roten Strich auf Arm oder Bein, der zum Tod führen soll, wenn er das Herz erreicht. Doch was ist eigentlich dran an dieser Behauptung? Wie kommt der rote Strich zustande und ist er tatsächlich Zeichen einer Blutvergiftung?

Ein roter Strich auf Arm oder Bein zeigt eine Entzündung der Lymphbahnen an. Das Lymphsystem ist für den Transport von Nährstoffen und die Entsorgung von Krankheitserregern mitverantwortlich. Eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis) wird meist durch Bakterien ausgelöst. Sie ist nicht tödlich und klingt in der Regel durch die Gabe von Antibiotika wieder ab. In seltenen Fällen kann eine Entzündung der Lymphbahnen – wie jede Entzündung – eine Sepsis auslösen, wenn sie sich auf den gesamten Blutkreislauf ausbreitet. In Verbindung mit einem starken Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, schnellem Puls oder Fieber kann der rote Strich auf eine Sepsis hinweisen und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.

Fazit: Der rote Strich als Einzelsymptom deutet noch nicht auf eine Sepsis hin, sondern zeigt vielmehr die Entzündung einer Lymphbahn an. Diese lässt sich gut behandeln und ist nicht lebensbedrohlich.