Gemeinsamer Aufruf zum Welt-Handhygiene-Tag

By | News, Pressemitteilung | No Comments

 

 

 

Es liegt in unseren Händen Sepsis im Gesundheitswesen zu verhindern! Auch der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstreicht dies und sagt: „Der sicherste und einfachste Schutz gegen Sepsis ist: Saubere Hände! Dafür haben wir in Deutschland klare Hygienevorschriften. Diese Vorschriften müssen aber auch vor Ort umgesetzt und gelebt werden – und zwar vom Chefarzt genauso wie von jeder einzelnen Pflegekraft am Krankenbett.“ Anlässlich der WHO-Kampagne zum „Welt-Handhygiene-Tag“ am 5. Mai 2018 haben die „Aktion Saubere Hände“, das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. und die Sepsis-Stiftung einen gemeinsamen Aufruf an alle deutschen Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister gestartet. Die Organisationen rufen darin auf, die WHO-Kampagne zu unterstützen und flächendeckend Maßnahmen zur Händehygiene und Infektionsprävention umzusetzen. Bitte unterstützen Sie uns und verbreiten Sei diesen Aufruf an Akteure im Gesundheitswesen.

 

 

Es liegt in Ihrer Hand Sepsis zu verhindern!

By | News | No Comments

Am 5. Mai ist es wieder soweit. An diesem Tag findet der alljährliche „Welt-Handhygiene-Tag“ statt, welcher von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und ihren Partnern initiiert wurde. Der Tag versteht sich als Aufruf zum Handeln für relevante Akteure im Gesundheitswesen, wie Krankenhaus-Management, Hygieniker und Krankenhauspersonal. Zusätzlich wird durch Informationen und Aufklärungskampagnen die Öffentlichkeit für das wichtige Thema Handhygiene sensibilisiert.

In diesem Jahr lautet der Slogan „Es liegt in Ihren Händen – Sepsis im Gesundheitswesen zu verhindern“.

Obwohl 80% der Sepsis-Fälle außerhalb eines Krankenhauses auftreten, spielt die Händehygiene eine große Rolle bei den vermeidbaren Infektionen im Krankenhaus, welche schnell zu einer Sepsis führen können.

In Deutschland gehen wir davon aus, dass circa 20.000 Sepsistote jedes Jahr vermeidbar wären. Durch eine bessere Händehygiene und Infektionsprävention im Gesundheitswesen ließe sich diese hohe Zahl zukünftig reduzieren.

Durch die Vernetzung der Kampagne zum „Welt-Handhygiene-Tag“ mit der Sepsisbekämpfung, zeigt die WHO, welchen wichtigen Stellenwert die Reduzierung der Sepsis-Fälle bei der Verbesserung der Versorgungqualität hat. Dies wurde auch durch die Verabschiedung der Resolution zur Verbesserung der Prävention, Diagnose und Behandlung von Sepsis bei der 70. Weltgesundheitsversammlung (WHA) im Mai 2017 hervorgehoben.

Die Plakate der WHO-Kampagne, welche sich an unterschiedliche Akteure im Gesundheitswesen richten, können Sie nachfolgend herunterladen. Wir würden uns freuen, wenn Sie diese weiter verteilen und auf diese wichtige WHO-Kampagne aufmerksam machen. Weitere Informationen finden Sie auf der Kampagnen-Webseite der WHO (englisch): Link

Download-Links für die Plakate zur WHO-Kampagne

Mitarbeiter im Gesundheitswesen: „Denken Sie an die 5 Momente der Händehygiene, um Sepsen im Gesundheitswesen zu verhindern.“

Krankenhaus-Management: „Verhindern Sie Sepsen in der medizinischen Versorgung – machen Sie Händehygiene zum Qualitätsindikator in Ihrer Einrichtung.“

Hygienefachkräfte & Hygieniker: „Seien Sie ein Champion, indem Sie die Händehygiene fördern – um so Sepsen im Gesundheitswesen zu verhindern.“

Patientenfürsprecher: „Fordern Sie die 5 Momente für saubere Hände, um Sepsen im Gesundheitswesen zu verhindern.“

Gesundheitsministerien: „Implementieren Sie die WHA-Sepsis-Lösung 2017. Machen Sie die Handhygiene zu einem nationalen Marker für die Qualität der Gesundheitsversorgung.“

EINLADUNG: Sepsis – A Call to EU Action

By | News, Nicht kategorisiert | No Comments

Am Dienstag, dem 20. März 2018, wird unsere Partner-Organisation – die Global Sepsis Alliance – gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, die Veranstaltung „Sepsis – The Most Preventable Cause of Death and Disability in Europe – A Call to EU Action“ in Brüssel ausrichten.
Die Veranstaltung findet von 14:30 bis 20:00 Uhr im Palace of the Académies (Rue Ducale 1, 1000 Brüssel) statt, der sowohl von der Europäischen Kommission als auch vom Square Meeting Center, wo das 38. International Symposium of Intensive Care and Emergency Medicine/ISICEM stattfindet, zu Fuß erreichbar ist.

Diese Veranstaltung wird die menschliche und wirtschaftliche Belastungen durch Sepsis in Europa hervorheben, darauf hinweisen, dass die meisten Sepsis-Todesfälle und Beeinträchtigungen vermeidbar sind, die Umsetzung der Forderungen der WHO-Resolution zur Sepsis in der Europäischen Union fördern und die Entwicklung einer Europa-umfassenden Sepsis-Strategie erörtern. Darüber hinaus wird dieses Symposium als Auftaktveranstaltung für die European Sepsis Alliance dienen. Aufgrund begrenzter Sitzplatzkapazität, melden Sie sich bitte unter folgendem Link bei der Veranstaltung an. Wir freuen uns darauf, Sie am 20.März 2018 in Brüssel begrüßen zu können!

Download Programm als PDF
Anmeldung zum Event

Grippe als Ursache für Sepsis – unterschätzt und häufig verkannt

By | News, Nicht kategorisiert | No Comments

Jena 05.03.2018.
Dass sich die saisonale Grippe zu einer tödlichen Sepsis/Blutvergiftung entwickeln kann, ist ebenso wenig bekannt, wie die Effektivität von Mehrfachimpfstoffen gegen Grippeviren und die Erreger der Lungenentzündung.

Sepsis ist die schwerste Komplikation und gemeinsame tödliche Endstrecke von Grippe und den meisten akuten Infektionserkrankungen. Dies erklärt die über 320.000 Behandlungs- und 75.000 Todesfälle der Sepsis, die 2015 von den deutschen Krankenhäusern gemeldet wurden. Sepsis gehört damit zu den größten medizinischen und gesundheitspolitischen Herausforderungen.

In der Grippesaison 2017/18 ist bisher die Zahl der in Deutschland registrierten Fälle auf fast 120.000 gestiegen. Die Dunkelziffer ist hoch und mit einem weiteren Anstieg ist zu rechnen. Die Zahl der Todesfälle schwankt von Grippesaison zu Grippesaison. In der Saison 2012/13 war die Zahl der mit Grippe assoziierten Todesfälle mit 22.000 – 28.000 in Deutschland besonders hoch. Das Grippevirus alleine ist dabei in der Lage eine tödliche Sepsis auszulösen.
Bei 80% – 90% der geschätzten 22 – 50 Millionen Grippetoten, die durch die „Spanischen Grippe“ (1918-20) ums Leben kamen, wurde eine bakterielle Superinfektion durch Erreger der Lungenentzündung nachgewiesen. Heute ist wissenschaftlich gesichert, dass das Grippevirus die Abwehrkräfte des Lungen-gewebes gegen Bakterien erheblich schwächt. Damit wird eine Superinfektion, welche sich zu einer Sepsis entwickelt, begünstigt.

Vorbeugung gegen Grippe und Sepsis wird unzureichend genutzt.
Impfungen bei Risikogruppen gegen Grippe und Pneumokokken, den häufigsten Erregern einer Lungenentzündung, können die Anzahl von Krankenhaus-einweisungen, schweren Lungenentzündungen und die Überlebenschancen verbessern. Die Impfrate für Risikogruppen, zu denen Menschen über 60 Jahren und chronisch Kranke sowie immungeschwächte Menschen gehören, liegt deutschlandweit unter der von der WHO empfohlenen Rate von mindestens 70%.

Das Fortschreiten einer Grippe zur Sepsis wird oft verkannt.
Kommen zu den typischen Grippesymptomen hohes Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Durchfall und eines/mehrere der folgenden Frühzeichen einer Sepsis hinzu, besteht ein potentiell lebensbedrohlicher Zustand, der eine sofortige notfallmäßige Abklärung und Behandlung erfordert.

•Akute Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit
•Nie gekanntes, schwerstes Krankheitsgefühl
•Kurzatmigkeit
•kalte oder heiße Extremitäten
•Schneller Puls
•Rückläufige Urinausscheidung

Prof. Dr. Konrad Reinhart, Senior-Professor am Center for Sepsis Control & Care am Universitätsklinikum Jena fordert: „Zur Grippe- und Sepsisvermeidung und Früherkennung müssen seitens der Bundesregierung und aller anderen Verantwortungsträger im Gesundheitswesen die gleichen, flächendeckenden Anstrengungen unternommen werden, die sich bei der Vorbeugung und Früherkennung von AIDS und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen als sehr effektive erwiesen haben.“


Die Petition von Kampala

By | News | No Comments

Am 20. Oktober 2017 trafen sich Vertreter der African Sepsis Alliance, unserer Partnerorganisation – der Global Sepsis Alliance, der African Federation of Critical Care Nurses und der World Federation of Critical Care Nurses in Kampala, Uganda, um Forderungen und Schritte zu formulieren, der weltweiten Todesursache Nummer eins bei Infektionskrankheiten – der Sepsis- in Afrika entgegenzuwirken. Dies führte zur Schaffung der Kampala-Erklärung.

Wir möchten Sie sehr dazu ermutigen, die Petition von Kampala zu unterzeichnen und somit jedes Jahr Millionen von Leben zu retten.

Bitte teilen Sie diese Online-Petition innerhalb Ihrer Organisation, unter Ihren Kollegen, Freunden,
Ihrer Familie und anderen Interessierten.

Allianz gegen Sepsis

Allianz gegen Sepsis

Die Petition können Sie hier herunterladen.

Hier klicken, um die Petition direkt zu unterschreiben.

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

Tausende vermeidbare Todesfälle durch Sepsis – Bündnis aus Betroffenen, Fachgesellschaften und Experten fordert von der nächsten Bundesregierung einen Nationalen Sepsisplan

By | News, Pressemitteilung | No Comments

Seit Jahren liegt die Krankenhaussterblichkeit der schweren Sepsis und des septischen Schocks in Deutschland mit 41,2% 10 bis 20 Prozent höher als z.B. in Australien (18,5%), den USA (23,2%) und England (32.1%). Zwischen 15.000 und 20.000 Todesfälle pro Jahr wären durch Steigerung der Impfraten, Reduzierung vermeidbarer Krankenhausinfektionen und vor allem durch bessere Früherkennung und Behandlung der Sepsis als Notfall vermeidbar.

Sepsis ist meist die Folge einer unbeherrschten Infektion der Atemwege, des Harntrakts, des Bauchraums, des Gehirns oder des Haut- und Muskelgewebes. Sie kann jedoch auch durch Grippeviren, das Ebolavirus oder Malaria ausgelöst werden. Zu spät oder unbehandelt kommt es in der Folge zu irreparablen Organschäden und schließlich zum Tod.

„Bei 320.198/136.542 Menschen in Deutschland wurde 2015 eine Sepsis bzw. schwere Sepsis diagnostiziert. 23,1 bzw. 41,2% starben noch im Krankenhaus, viele der Überlebenden erlitten dauerhafte Schäden. Die von Bundesgesundheitsminister H. Gröhe initiierte WHO Resolution Verbesserung der Prävention, Diagnose und des Managements der Sepsis“, hebt hervor, dass die Mehrzahl der weltweit jährlich über 6 Millionen Sepsistoten vermeidbar ist. Dies macht Sepsis weltweit zur Nummer eins bei den vermeidbaren Todesfällen. Diese Resolution fordert deshalb die Implementierung nationaler Strategien. „Die im internationalen Vergleich hohe Sepsissterblichkeit in Deutschland ist inakzeptabel“ sagt Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender der Sepsis-Stiftung. „Diese erschreckenden Zahlen bedeuten vielfach unnötiges menschliches Leid und mit 7.7 Milliarden Euro direkten Behandlungskosten auch eine extreme finanzielle Belastung für das deutsche Gesundheitssystem“. Es fehlt nicht an materiellen Ressourcen. Kein Land der Welt, außer den USA, gibt mehr für das Gesundheitswesen aus als Deutschland. “Es fehlt an interdisziplinärer und transsektoraler Zusammenarbeit und an einem fach- und sektorenübergreifenden Qualitätsbewusstsein“ sagt Frau FrancoisKettner, die Vorsitzende des Aktionsbündnisses Patientensicherheit. „Es ist deshalb sehr erfreulich, dass die zentralen medizinischen Fachgesellschaften sich bereit erklärt haben, die Forderung für einen Nationalen Sepsisplan zu unterstützen, und an seiner Entwicklung und Umsetzung mitzuwirken.“

In England, Irland und im Staat New York wurden wichtige Elemente eines Nationalen Sepsisplans implementiert. In England wird jede Familie bei Geburt eines Kindes, mittels einer Broschüre über die Verdachtssymptome einer Sepsis aufgeklärt und über eine Notfallnummer Hilfe angeboten. Am 6.11. 2017 hat Gouverneur Cuomo im Staat New York ein Gesetz vorgestellt, welches die Unterrichtung der Schüler über Sepsis regelt. In Deutschland ist derzeit Sepsis weder in der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes noch bei der Arbeit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung berücksichtigt. Nur wenige Krankenhäuser haben bisher krankenhausweite Qualitätsinitiativen zu Diagnose und Behandlungsstandards etabliert, wie sie für weit weniger häufig vorkommende Krankheitsbilder wie Herzinfarkt oder Schlaganfall seit Jahrzehnten Standard sind. Die Initiatoren für einen Nationalen Sepsisplan fordern deshalb, die an den Koalitionsverhandlungen beteiligten Parteien auf, die Forderung nach einem Nationalen Sepsisplan im Koalitionsvertrag zu verankern.

Ansprechpartner: Prof. Konrad Reinhart, Vorsitzender Sepsis-Stiftung Tel. 0171 75 35 823; Mail: Konrad.Reinhart@med.uni-jena.de