Könnte es Sepsis sein? Wir schaffen Bewusstsein.

Mir geht es schlecht und ich weiß einfach nicht, was los ist … Könnte es vielleicht Sepsis sein? Wir wollen, dass sich Menschen in verschiedenen Situation bei verdächten Symptomen diese Frage stellen und wissen, was im Verdachtsfall zu tun ist. Sepsis ist ein Notfall. Jede Stunde, in der ein Patient unbehandelt bleibt, erhöht das Sterberisiko.

Zu Hause

Mehr als die Hälfte aller 280.000 Sepsis-Fälle in Deutschland entstehen außerhalb des Krankenhauses. Jedoch kennt nur knapp die Hälfte der allgemeinen Bevölkerung den Begriff Sepsis überhaupt. Oft wird eine beginnende Sepsis mit einer Erkältung oder einer anderen Erkrankung verwechselt. Die Sepsis Stiftung setzt sich für ein die Durchführung eines nationalen Aufklärungsprogrammes ein, das vor allem an Menschen gerichtet ist, die Risikogruppen angehören.

Hier erfahren Sie, wie sich eine beginnende Sepsis äußern kann und was im Verdachtsfall zu tun ist:

Kurztipps downloaden
Beim Hausarzt

Symptome einer beginnenden Sepsis können unspezifisch und schwer zu erkennen sein. Leider werden die Anzeichen einer Sepsis viel zu oft nicht oder sehr spät erkannt. Gerade die Ähnlichkeit mit Erkältungserkrankungen führt immer wieder dazu, dass Patienten zum Auskurieren ins Bett geschickt werden. Mit fatalen Folgen. Bei Verdacht auf Sepsis müssen sofort geeignete Therapiemaßnahmen eingeleitet werden. Die Sepsis Stiftung arbeitet mit Kassenärztlichen Verbänden und anderen Einrichtungen zusammen, um das Thema Sepsis fest im Fortbildungskatalog von Allgemeinmedizinern zu verankern.

Ärzte können hier die Leitlinien der Deutschen Sepsis Gesellschaft herunterladen.

Diagnose-Übersicht downloaden
In der Klinik

Noch immer wird eine Sepsis nicht nach einheitlichen Standards behandelt. Daher sind der Behandlungserfolg und die durch Sepsis verursachte Sterberate teilweise recht unterschiedlich. Auch für die Nachsorge und Langzeittherapie bedarf es einheitlicher Standards. Erfahren Sie hier mehr über die Bedeutung von Behandlungsstandards am Beispiel des MEDUSA Projekts, einer Studie mit über 40 Kliniken in Deutschland die das Ziel hat, die Zeit bis zur ersten Antibiotikagabe zu verkürzen. Die Sepsis Stiftung setzt sich für die Entwicklung und Einführung einheitlicher Behandlungsstandards sowie die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans gegen Sepsis ein. Dieser Plan wird von einer Vielzahl von Persönlichkeiten, Verbänden und Forschungseinrichtungen unterstützt.

Mehr zum MEDUSA-Projekt
Initiierung eines Memorandums für einen Nationalen Aktionsplan gegen Sepsis
Mit wesentlicher Unterstützung der Sepsis-Stiftung und ihres Sprechers Prof. Konrad Reinhart wurde in Kooperation mit der Deutschen Sepsis-Gesellschaft und der Deutschen Sepsis-Hilfe ein Memorandum initiiert, das den Aufbau eines Nationalen Aktionsplans gegen Sepsis fordert. Wesentliche Zielsetzungen eines Nationalen Aktionsplans gegen Sepsis sollte die Entwicklung und Implementierung von Qualitätssicherungsprogrammen zur Verbesserung der Prävention, Diagnose und Therapie in allen Sektoren des Gesundheitswesens, die Aufklärung der Bevölkerung über Präventionsmöglichkeiten und Frühsymptome von schweren Infektionen und Sepsis sowie das Zurückdrängen des unsachgemäßen Einsatzes von Antibiotika in der Medizin, Landwirtschaft und Tierzucht sein.

Das Memorandum fand breite Unterstützung und wurde auf dem Sepsis Summit 2013 in Berlin offiziell verabschiedet. Die Liste der Unterzeichner umfasst Ministerinnen und Minister verschiedener Bundesländer, Bundes- und Landespolitiker, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Präsidenten wichtiger Bundesbehörden, nationaler Forschungseinrichtungen, zahlreicher medizinischer Fachgesellschaften und Ärztekammern sowie Vorstände großer, auf nationaler und regionaler Ebene aktiver Krankenhausverbünde.

Nach der Bildung der neuen Bundesregierung haben die Initiatoren des Memorandums den jetzigen Gesundheitsminister Herrn Hermann Gröhe informiert und um einen offiziellen Termin gebeten, in dessen Rahmen das Memorandum überreicht werden soll.

Downloads:
Nationaler Aktionsplan
Unterzeichner des Aktionsplan
Übersicht: Was ist Sepsis?
Zahlen, Daten, Fakten: Sepsis in Deutschland

Zur Vorbeugung und Vermeidung einer Sepsis
Frau erhält eine Impfung in den OberarmGerade ältere Menschen sind häufiger von einer Sepsis betroffen. Ab dem 40. Lebensjahr steigt das Risiko nahezu linear an. Aber auch Kleinkinder in den ersten Lebensjahren erkranken häufiger an einer Sepsis. Zu Risikogruppen gehören zudem Menschen mit besonderen Beeinträchtigungen (z.B. bei durch Milzentfernung, Chemo-oder Kortisontherapie geschwächtem Immunsystem, bei Drogensucht oder bestehenden offenen Wunden). Flächendeckende Impfungen von Menschen über 60 Jahre gegen Grippe, Pneumokokken und Meningitis können helfen, die Anzahl der Neuerkrankungen zu reduzieren. In Deutschland liegt die Impfquote noch immer erheblich unter den Empfehlungen der EU. Auch einfache Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene können helfen, Infektionen zu verhindern.