Sepsis: die häufigste Todesursache bei Infektionen

Trotz aller Fortschritte der modernen Medizin, wie Impfungen, Antibiotika und Intensivmedizin, bleibt Sepsis die häufigste Todesursache bei Infektionen. Sepsis entsteht, wenn die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion das eigene Gewebe und die eigenen Organe schädigt. Sie kann zu Schock, Multiorganversagen und Tod führen, vor allem wenn sie nicht früh erkannt und sofort behandelt wird. Ein Drittel bis die Hälfte aller Patienten stirbt an der Sepsis. Allein in Deutschland fast 70.000 Menschen pro Jahr.

Sepsis findet in verschiedenen Stadien statt

Schematische Darstellung des menschlichen Körpers und des Verlaufs einer Sepsis

Eine Sepsis verläuft in drei Stadien. Je früher sie erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Zunächst verursachen Krankheitserreger eine lokale Infektion, beispielsweise eine Lungenentzündung (Stadium 1). Im Normalfall gelingt es unserem Immunsystem, eine derartige lokale Infektion am Entzündungsherd direkt zu einzudämmen. Bei einer Sepsis durchbrechen die Erreger die lokale Begrenzung der Infektion und breiten sich über Lymph- und Blutgefäßsystem auf andere Organe aus. Von jetzt an zählt jede Stunde (Stadium 2). Das Immunsystem wird überaktiviert und überschwemmt den Körper mit Botenstoffen zur Immunantwort. Es werden aber nicht nur die Erreger, sondern auch körpereigene Zellen angegriffen. Die Organe stellen ihre Funktion ein, es kommt zum septischen Schock (Stadium 3).

Die Diagnose einer Sepsis wird oft zu spät gestellt

Sepsis wird häufig zu spät diagnostiziert, weil die traditionell zur Diagnosestellung genutzten Symptome und Laborwerte wie Fieber, beschleunigter Herzschlag und beschleunigte Atmung oder die vermehrte Anzahl weißer Blutkörperchen unspezifisch sind. Bei Kindern können die Sepsis-Symptome zunächst diskret sein, ganz plötzlich kann es jedoch zur vollen Ausprägung mit einer dramatischen Verschlechterung kommen. Unkenntnis und Unsicherheiten bei Patienten, aber auch beim medizinischen Personal zur Sepsis und die unzureichende Umsetzung anerkannter Behandlungsrichtlinien tragen zur hohen Sepsis Sterblichkeit bei.

Diagrammdarstellung der Überlebenschance bei einer Sepsis im Verhältnis zur Zeit

Bricht eine Sepsis aus, haben Patienten nur noch wenig Zeit. Daher muss sie schnell erkannt werden.

Sepsis ist ein medizinischer Notfall

Die zügige Einleitung zeitkritischer Behandlungsmaßnahmen, insbesondere Antibiotika, intravenöse Flüssigkeitsgabe und gezielte Behandlung zur Instandhaltung des Blutkreislaufs, können das Risiko zu versterben halbieren. Patienten mit Verdacht auf eine Sepsis sollten sofort in ein geeignetes Krankenhaus gebracht werden. Eine frühe Sepsis-Behandlung ist kosteneffektiv und verkürzt die Liegedauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus. Leider wird Sepsis zu oft fehldiagnostiziert und zu spät effektiv behandelt.

Illustrierende Icons, wie Sepsis verhindert werden kann

Durch Impfungen, Hygiene, bessere Diagnose und die Einführung flächendeckender Behandlungsstandards lässt sich die Anzahl der durch Sepsis verursachten Todesfälle erheblich reduzieren. In Deutschland um etwa 15.000 bis 20.000 Todesfälle pro Jahr. Dies ist eins der Ziele unserer Stiftung, wenn Sie uns mit einer Spende unterstützen.

Mehr zu den Zielen der Stiftung erfahren