Am 13. September ist Welt-Sepsis-Tag!

Der 13. September ist Welt-Sepsis-Tag – Sepsis ist weltweit eine der führenden Ursachen für vermeidbare Todesfälle bei Erwachsenen und Kindern unter 5 Jahren.

„Jedes Jahr tötet Sepsis ca. 6 Millionen Menschen darunter 1 Million Babys. Tragischerweise hätten die meisten dieser Todesfälle vermieden werden können“, erklärt der neue Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Aktuelle Zahlen aus Schweden und den USA legen nahe, dass die tatsächliche Zahl der Sepsisfälle etwa doppelt so hoch liegt als bisher angenommen wurde. In den USA ist jährlich von 1,67 Millionen Fällen und 260.000 Toten auszugehen. Die Krankenhausbehandlungskosten betragen 27 Milliarden US Dollar. Die Nachrichtenagentur Bloomberg spricht auf Grund der neuen Zahlen von einer „27-billion-sepsis-crisis“. Eine gemeinsame Auswertung des Centers für Sepsis Control & Care am Universitätsklinikum Jena und des Statistischen Bundesamts ergab, dass von den Krankenhäusern 2014 300.000 Sepsisfälle gemeldet wurden, von denen 69.000 verstarben. „Eine Überprüfung der Kodierqualität, die die Grundlage dieser Berechnungen bildet, ergab jedoch, dass ca. 50% der Sepsisfälle von den Krankenhäusern gar nicht registriert werden“, sagt Prof. Reinhart, der für dieses Forschungsprojekt verantwortlich ist.

Die WHO ist im Mai dieses Jahres einem Antrag von Bundesgesundheitsminister H. Gröhe gefolgt und hat dem Problem mit einer Resolution zur „Verbesserung der Prävention, Erkennung und Therapie der Sepsis“ eine hohe Priorität eingeräumt. Die 194 UN Mitgliedstaaten werden dringend aufgefordert, auf nationaler Ebene die Forderungen der Resolution zeitnah umzusetzen (http://bit.ly/SepsisResolution).

Durch folgende Maßnahmen könnten in Deutschland jährlich 15 bis 20.000 Sepsis Todesfälle vermieden werden, http://www.world-sepsis-day.org/NationalerAktionsplan:

  • Stärkere Beachtung der Impfempfehlungen für Risikogruppen, z.B. Kleinkinder, über Sechzigjährige, Menschen mit chronischen Erkrankungen
    oder behandlungsbedingter Immunschwäche
  • Verringerung vermeidbarer behandlungs-assoziierter Infektionen
  • Verbesserte Früherkennung der Sepsis und Behandlung der Sepsis als Notfall

„Weil vermeidbare Infektionen und verkannte Sepsis eine erhebliche Gefährdung der Patientensicherheit bedeuten, hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit die Schirmherrschaft der Initiative für einen Nationalen Sepsisplan übernommen“, sagt die Vorsitzende des APS Frau Francois-Kettner. Die von der Sepsis-Stiftung angestoßene Initiative für einen Nationalen Sepsisplan wird von einem breiten Bündnis aus Fachgesellschaften, Experten und der Sepsis Hilfe e.V. unterstützt.

Unkenntnis von Laien, Ärzten und Pflegepersonal über die Vorbeugungsmöglichkeiten und Warnsymptome einer Sepsis tragen zu den hohen Sepsiszahlen und der hohen Sterblichkeit bei. Nach einer aktuellen repräsentativen Umfrage haben zwar inzwischen deutlich mehr als 50% der Bundesbürger den Begriff Sepsis gehört, die meisten wissen aber nicht, dass sich durch Impfung gegen Grippeerreger und Pneumokokken die Sepsishäufigkeit und Sepsissterblichkeit reduzieren lassen. Die Mehrheit glaubt fälschlicherweise, dass die Sepsis primär durch einen roten Streifen, der von der Hand zum Herzen zieht, erkannt werden kann. Die Warnsymptome einer Sepsis sind: Fieber oder Schüttelfrost, plötzliche Verwirrtheit, nie gekanntes schweres Krankheitsgefühl, schnelle, schwere Atmung oder hoher Puls.

Sepsis ist nach wie vor einer der Hauptgründe der Müttersterblichkeit. Jährlich fallen ihr ca. 35.000 Frauen zum Opfer.

Um einen Beitrag zur Reduzierung der vermeidbaren Sepsistodesfälle bei Gebärenden und Neugeborenen zu leisten, veranstalten die Weltgesundheitsorganisation und die Global Sepsis Alliance gemeinsam am Dienstag, den 12. September, den ersten Weltkongress zum Thema “Maternal and Neonatal sepsis”. Dieser kostenlose, aus Jena heraus organisierte Online-Kongress, bringt internationale Experten, Vertreter internationaler Gesundheitsorganisationen, Politiker und Patientenvertreter zusammen (www.wscspotlight.org). Bereits jetzt liegen über 4000 Anmeldungen aus über 150 Ländern vor.

Kontakt:
Helen Reinke
Sepsis-Stiftung
info@sepsis-stiftung.de
03641/9 323 194